18. März 2026
VERY ROMANTIC


Johanna Rosskopp - Solistin
Martin Schmalz - Klavier

Jan Schumacher - Leitung


PROGRAMM

1 Johannes Brahms 
Drei Quartette, Op. 31, Nr. 1 Wechsellied zum Tanze

Die Gleichgültigen: Komm mit, o Schöne, komm mit mir zum Tanze; Tanzen gehöret zum festlichen Tag. Bist du mein Schatz nicht, so kannst du es werden, Wirst du es nimmer, so tanzen wir doch. Komm mit, o Schöne, komm mit mir zum Tanze; Tanzen verherrlicht den festlichen Tag. 

Die Zärtlichen: Ohne dich, Liebste, was wären die Feste? Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz? Wärst du mein Schatz nicht, so möcht ich nicht tanzen, Bleibst du es immer, ist Leben ein Fest. Ohne dich, Liebste, was wären die Feste? Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz? 

Die Gleichgültigen: Lass sie nur lieben, und laß du uns tanzen! Schmachtende Liebe vermeidet den Tanz. Schlingen wir fröhlich den drehenden Reihen, Schleichen die andern zum dämmernden Wald. Lass sie nur lieben, und lass du uns tanzen! Schmachtende Liebe Vermeidet den Tanz.               

2 Lili Boulanger 
Hymne au soleil

Du soleil qui renaît bénissons la puissance. Avec tout l'univers célébrons son retour. Couronné de splendeur, il se lève, il s'élance. Le réveil de la terre est un hymne d'amour. Sept coursiers qu'en partant le Dieu contient à peine, Enflamment l'horizon de leur brûlante haleine.

O soleil fécond, tu parais! Avec ses champs en fleurs, ses monts, ses bois épais, La vaste mer de tes feux embrasée, L'univers plus jeune et plus frais, Des vapeurs de matin sont brillants de rosée.

Lasst uns die Kraft der wiederkehrenden Sonne preisen. Lasst uns mit dem ganzen Universum ihre Rückkehr feiern. Von Pracht gekrönt, erhebt sie sich und stürzt sich vorwärts. Das Erwachen der Erde ist eine Hymne der Liebe. Sieben Rösser, die der Gott beim Aufbruch kaum bändigen kann, entflammen den Horizont mit ihrem glühenden Atem.

O fruchtbare Sonne, du erscheinst! Mit ihren blühenden Feldern, ihren Bergen, ihren dichten Wäldern, dem weiten Meer, das von deinem Feuer entflammt ist, dem jüngeren und frischeren Universum, glänzen die Morgendämpfe vor Tau.

3 Gioachino Rossini 
Ave Maria

Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum;
Benedicta tu in mulieribus
Et benedictus fructus ventris tui, Jesus
Sancta Maria, Mater Dei
Ora pro nobis peccatoribus
Nunc et in hora mortis nostrae. Amen

4 Franz Schubert 
Gott im Ungewitter 

Du Schrecklicher, wer kann vor dir
Und deinem Donner stehn? 
Der Herr ist groß! Was trotzen wir? 
Er winkt, und wir vergehn. 

Er lagert sich in schwarzer Nacht; 
Die Völker zittern schon: 
Geflügeltes Verderben wacht
Um seinen furchtbarn Thron. 

Rothglühend schleudert seine Hand
Den Blitz aus finstrer Höh: 
Und Donner stürzt sich auf das Land, 
In einer Feuersee: 

Dass selbst der Erde fester Grund
Vom Zorn des Donners bebt, 
Und was um ihr erschüttert Rund
Und in der Tiefe lebt. 

Den Herrn und seinen Arm erkennt
Die zitternde Natur, 
Da weit umher der Himmel brennt
Und weit umher die Flur. 

Wer schützt mich Sterblichen, mich Staub, 
Wenn der im Himmel wohnt, 
Und Welten pflückt, wie dürres Laub, 
Nicht huldreich mich verschont.
 

5 Franz Schubert 
Mirjam's Siegesgesang 

Rührt die Cymbel, schlagt die Saiten, 
Lasst den Hall es tragen weit; 
Groß der Herr zu allen Zeiten, 
Heute groß vor aller Zeit. 
Chor. Groß der Herr zu allen Zeiten, 
Heute groß vor aller Zeit. 

Aus Egypten vor dem Volke, 
Wie der Hirt, den Stab zur Hut, 
Zogst du her dein Stab die Wolke, 
Und dein Arm des Feuers Glut! 
Chor. Zieh ein Hirt vor deinem Volke, 
Stark dein Arm, dein Auge Glut. 

Und das Meer hört deine Stimme, 
Thut sich auf dem Zug, wird Land. 
Scheu des Meeres Ungethüme
Schaun durch die krystallne Wand. 
Chor. Wir vertrauten deiner Stimme, 
Traten froh das neue Land. 

Doch der Horizont erdunkelt, 
Ross und Reiter löst sich los, 
Hörner lärmen, Eisen funkelt: 
Es ist Pharao und sein Tross. 
Chor. Herr, von der Gefahr umdunkelt, 
Hilflos wir, dort Mann und Ross. 

Und die Feinde, mordentglommen, 
Drängen nach auf sich'rem Pfad; 
Jetzt und jetzt - da horch, welch' Säuseln, 
Wehen, Murmeln, Dröhnen - Sturm! 
's ist der Herr in seinem Grimme, 
Einstürzt rings der Wasserthurm. 

Mann und Pferd, 
Ross und Reiter
Eingewickelt, umsponnen, 
Vom Netze der Gefahr. 
Zerbrochen die Speichen ihrer Wagen, 
Todt der Lenker, todt das Gespann. 

Tauchst du auf, Pharao? 
Hinab, hinunter, 
Hinunter in den Abgrund, 
Schwarz wie deine Brust. 

Und das Meer hat nun vollzogen, 
Lautlos rollen seine Wogen, 
Nimmer gilt es, was es barg, 
Eine Wüste, Grab zugleich und Sarg. 

Chor. Tauchst du auf, Pharao? 
Hinab, hinunter, 
Hinunter in den Abgrund, 
Schwarz wie deine Brust. 
Schrecklich hat der Herr vollzogen, 
Lautlos ziehn des Meeres Wogen; 
Wer erräth noch, was es barg? 
Frevlergrab zugleich und Sarg. -

Drum mit Cymbeln und mit Saiten, 
Lasst den Hall es tragen weit, 
Groß der Herr zu allen Zeiten, 
Heute groß vor aller Zeit. 
Chor. Groß der Herr zu allen Zeiten, 
Heute groß vor aller Zeit. 

 

6 Franz Schubert 
Gebet

Du Urquell aller Güte,
Du Urquell aller Macht,
Lindhauchend aus der Blüte,
Hoch donnernd aus der Schlacht,
Allwärts ist dir bereitet
Ein Tempel und ein Fest,
Allwärts von dir geleitet,
Wer gern sich leiten lässt.

Du siehst in dies mein Herze,
Kennst seine Lust und Not,
Mild winkt der Heimat Kerze,
Kühn ruft glorwüd’ger Tod.
Mit mir in eins zusammen
Schlingt hier sich Kindes Huld,
Und draussen leuchten Flammen
Abbrennend Schmach und Schuld.

Bereit bin ich zu sterben
Im Kampf der Ahnen werth,
Nur sicher’ vor Verderben
Mir Weib und Kind am Heerd.
Dein ist in mir die Liebe,
Die diesen beiden quillt,
Dein auch sind mut’ge Triebe
Davon die Brust mir schwillt.

Kann es sich mild gestalten,
So lass es Herr gescheh’n,
Den Frieden fürder walten
Und Sitt’ und Ruh’ besteh’n.
Wo nicht, so gib zum Werke
Uns Licht in Sturmesnacht,
Du ew’ge Lieb’ und Stärke,
Dein Wollen sei vollbracht.

Wohin du mich willst haben,
Mein Herr! ich steh’ bereit.
Zu frommen Liebesgaben
Wie auch zum wackern Streit.
Dein Bot’ in Schlacht und Reise,
Dein Bot im stillen Haus,
Ruh’ ich auf alle Weise
Doch einst im Himmel aus.

7 Wilhelm Stenhammar 
Vårnatt

Vackra vita vår, Du, som på stjärnlyst strimma
Tyst över vägarna går, Lätt genom nattens dimma
Du, som ger växt och grodd, Du, som ger sol och grönska
Skänker, blott du blir trodd, Hjärtana allt vad de önska
Strö nu med fulla fång, Dagg och doft på färden
Gnistor, glömska och sång, Allt som förnyar världen

Men, o milda vår, Minns, att du bärer förhoppning
Ock för det, som aldrig får, Mera tänka på knoppning
Dröm, som i kamp blött slut, Löften långsamt förbrunna
Trådar, som sakta nötts ut, Hur fast, hur fast de en gång varit spunna
Strängar som oförmärkt brustit, Men länge måst skälva
Tankar, som stridit och värkt, Tills de levt över sig själva.

 

Schöne weiße Frühlingszeit,
du, die auf sternheller Spur
leise die Wege entlanggeht,
leicht durch den Nebel der Nacht. 

Du, die Wachstum und Keimen schenkt,
du, die Sonne und Grün hervorbringt,
die – wenn man an dich glaubt –
den Herzen alles gewährt, was sie wünschen. 

Streue nun mit vollen Händen
Tau und Duft auf deinen Wegen,
Funken, Vergessen und Gesang –
alles, was die Welt erneuert. 

Doch, o milder Frühling,
denk daran, dass du Hoffnung trägst –
auch für das, was niemals mehr
vom Knospen träumen darf. 

Träume, die im Kampf blutig endeten,
Versprechen, langsam verglüht,
Fäden, die sich leise abnutzten,
wie fest sie einst auch gesponnen waren.

Saiten, die unbemerkt zerrissen,
doch lange noch nachzitterten,
Gedanken, die stritten und schmerzten,
bis sie sich selbst überlebten. 

8 Heinrich von Herzogenberg
Drei Gesänge Op. 73, Nr. 1
Nachtlied

Quellende, schwellende Nacht, 
Voll von Lichtern und Sternen: 
In den ewigen Fernen, 
Sage, was ist da erwacht? 

Herz in der Brust wird beengt; 
Steigendes, neigendes Leben, 
Riesenhaft fühle ich's weben, 
Welches das meine verdrängt. 

Schlaf, da nahst du dich leis', 
Wie dem Kinde die Amme, 
Und um die dürftige Flamme
Ziehst du den schützenden Kreis.

 

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